Die geographische Lage des Kreises Schleswig-Flensburg
als Grenzkreis zum Königreich Dänemark
und
die reiche gemeinsame historische Tradition verpflichten
hier nicht erst seit der Mitgliedschaft des
Nachbarlandes in der Europäischen Union zu einer Politik
der grenzüberschreitenden Partnerschaft und
Zusammenarbeit. Jenseits der Grenze leben neben der
dänischen Bevölkerung auch deutsche Nordschleswiger mit
engen Bindungen an Deutschland. Diesseits der Grenze
haben die Menschen im Kreis ebenfalls der kommunalen
Gebietskörperschaften die kulturellen im engen
täglichen Zusammenleben mit den Angehörigen der
dänischen Volksgruppe zu einem gutnachbarlichen
Verhältnis gefunden.
Diese
nach dem Krieg gewachsene Vertrauensbasis, begünstigt
durch die Bereitschaft Bedürfnisse beider Volksteile,
angemessen zu berücksichtigen, ist das entscheidende
Fundament eines dauerhaften gedeihlichen Miteinanders in
der Grenzregion.
Positive interkommunale Verflechtungen in Wirtschaft,
Kultur und Sozialwesen bestehen traditionell auch mit
der kreisfreien Stadt
Flensburg, dem Oberzentrum der Region, das vom Gebiet
des Kreises Schleswig-Flensburg umschlossen ist.
Seine
heutige Gestalt erhielt der Kreis Schleswig-Flensburg im
Jahre 1974 , als die ehemaligen Kreise Schleswig und
Flensburg-Land, die beide auf eine über hundertjährige
Geschichte zurückblicken konnten, vereinigt wurden. Mit
seinen 2071 Quadratkilometern Fläche - das Bundesland
Saarland ist unwesentlich größer - ist der Kreis
Schleswig-Flensburg der zweitgrößte in
Schleswig-Holstein und auch auf Bundesebene einer der
größten. Sein Gebiet umfasst vier Städte und 132
ländliche Gemeinden. Die Zahl der Einwohner hat sich bei
etwa 200.000 eingependelt.
Die
Kreisstadt Schleswig ist mit rund 25.000 Einwohnern der
größte Ort im Kreisgebiet, gefolgt von den Städten
Kappeln mit etwa 10.000 und Glücksburg mit etwa 6.000
Einwohnern.
Außer der Kreisverwaltung mit ihrer Hauptstelle in
Schleswig und einer Außenstelle in Flensburg arbeiten
kommunale Verwaltungen in den Städten Schleswig, Kappeln und
Glücksburg sowie in den Gemeinden Harrislee und Sörup.
Für die Landgemeinden erfüllen 18 Ämter alle Aufgaben
des „Kommunalmanagements“.

Die Landschaft des Kreises Schleswig-Flensburg zeichnet
sich durch eine im norddeutschen Raum seltene Vielfalt
und Schönheit aus. Im Osten liegt das hügelige Angeln
mit seinen fruchtbaren Wiesen und Weiden, den
charakteristischen Knicks und großen Bauernhöfen.
Abwechslungsreiche Fördenküsten mit ursprünglichen
Steilküsten und Stränden bilden an der Ostsee die
natürliche Grenze im Norden. Das Bild der Schleswiger
Geest auf dem Mittelrücken, früher wegen ihrer leichten
Sandböden gegenüber Angeln wirtschaftlich benachteiligt,
prägen heute leistungsfähige landwirtschaftliche
Betriebe und gepflegte Dörfer.
Im
Südwesten schließen sich die von den Flüssen Eider,
Treene und Sorge umgebenen weiten Niederungen der
Landschaft Stapelholm an, die als Storchenparadies weit
bekannt ist.
Der Kreis Schleswig-Flensburg verfügt über ein dichtes
Netz gut ausgebauter Straßen. Von Norden nach Süden
durchschneidet als wichtigste überregionale Verkehrsader
die Autobahn 7 das Kreisgebiet und bildet den Anschluss
an das europäische Fernstraßennetz. Überwiegend auf
dieser Route wickelt sich der Skandinavienverkehr über
die Grenzübergangsstelle Ellund ab. Parallel zur
Autobahn verläuft die Bundesstraße 76. Ihr Grenzübergang
in Kupfermühle und ein weiterer Übergang in Harrislee
bringen der Autobahn vor allem in der Hauptreisezeit
spürbare Entlastung. Die Bundesstraße 199 durchzieht das
nördliche Kreisgebiet von West nach Ost, die
Bundesstraße 200 verbindet Flensburg und Husum, und die
Bundesstraße 201 schließlich stellt eine Verbindung der
Kreisstadt Schleswig mit Husum und Kappeln her. Ein
ausgedehntes Netz von Landstraßen, Kreisstraßen und
Gemeindewegen rundet die gute Verkehrserschließung des
Raumes ab. Mit der Deutschen Bundesbahn ist der Kreis
Schleswig-Flensburg von Hamburg, Flensburg, Kiel und
Husum aus zu erreichen. Die Elektrifizierung der
Schienenstrecke von Hamburg nach Flensburg hat die
Verkehrsanbindung der Region in Richtung Skandinavien
weiter verbessert.
Von
besonderer Bedeutung für den Kreis Schleswig-Flensburg
ist eine weitere strukturelle und wirtschaftliche
Entwicklung. Tradition und Zuverlässigkeit unserer nach
wie vor stark von der Landwirtschaft und vom Handwerk
geprägten Wirtschaft sind wettbewerbswirksame Vorteile.
Für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region wird
jedoch zunehmend die technologische Innovation in den
bestehenden mittelständischen Betrieben zum bestimmenden
Faktor. Die intensiven Bemühungen von Wirtschaft,
Verwaltung und Politik gelten der Erhaltung vorhandener
und der Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Wegen der reizvollen Landschaft und vielfältigen
Naturausstattung ist der Fremdenverkehr im Norden
Schleswig-Holsteins ein wichtiger Wirtschaftszweig.
Für
die vielen Gäste aus nah und fern stehen im Kreisgebiet
hervorragende Erholungseinrichtungen zur Verfügung.
Wanderwege, Radwege, Freizeitanlagen,
Schwimmbäder, Campingplätze und ein großes Bettenangebot
erschließen die herrliche Ferienlandschaft an
Flensburger Förde, Schlei, Treene und Eider, ohne den
ursprünglichen Charakter der Naturräume und die
Erholungsfunktion zu beeinträchtigen. Dass sich
der Tourismus zusehends auch auf das Binnenland
ausdehnt, verdanken wir der Schönheit unserer Dörfer und
einer gut ausgebauten Gastronomie. Vor allem die Ferien
auf dem Bauernhof erfreuen sich bei vielen auswärtigen
Gästen zunehmender Beliebtheit.
Am
Kreis Schleswig-Flensburg schätzen die Feriengäste neben
dem hohen Erholungswert auch sein kulturhistorisches
Potential. Das Schleswig-Holsteinische
Landesmuseum auf Schloss Gottorf, Haithabu -der alte
Handelsplatz der Wikinger-, die Wallanlagen des
Danewerks, historische Funde und
Sehenswürdigkeiten in Landes- und Dorfmuseen
suchen in dieser Art und Vielfalt in der
Bundesrepublik Deutschland ihresgleichen.

Beim Kreis Schleswig-Flensburg ist man sich bewusst,
dass es eine Hauptaufgabe auch der Kommunen in der
zweiten Hälfte der neunziger Jahre sein wird, die
berechtigten Ansprüche der Wirtschaft und der
Bevölkerung auf Nutzung des natürlichen Lebensraumes in
Einklang zu bringen mit den ebenso berechtigten
Ansprüchen der kommenden Generation auf eine lebendige
Natur und eine heile Landschaft, auf reines Wasser und
saubere Luft. Diesem Ziel dienen zahlreiche kommunale
Aktivitäten, wie zum Beispiel die Ausweisung von
Landschaftsschutzgebieten, die Renaturierung
ausgebeuteter Sand- und Kiesgruben, die Wiedervernässung
erhaltenswerter Moore, die Erhöhung des Waldanteils, der
naturnahe Ausbau verrohrter Gewässer und vieles andere
mehr.
Auch die Kulturarbeit hat gerade im Landesteil Schleswig
eine gute alte Tradition. Durch die Kulturstiftung
des Kreises Schleswig-Flensburg wird den Bürgern
ein ungewöhnlich breites kulturelles Angebot offeriert.
So werden Jugendliche und Erwachsene u. a. in den
sogenannten Kunstwerkstätten zu phantasievoller
künstlerischer Artikulation ermutigt. Die Pflege der
Sprache und des Brauchtums, das Bewusstsein über die
Besonderheiten der heimatlichen Landschaft, ihre
Baustile und anderen Eigentümlichkeiten und Traditionen
haben im Kreis einen hohen Stellenwert. Diese Bewahrung
des kulturellen Erbes erhält ihre verdiente Ermutigung
und Unterstützung. Hervorzuheben ist das dichte Netz von
Büchereien, mit dem
schon seit 1921 der ländliche Raum überzogen wurde und
das später durch eine Fahrbücherei in seiner Wirkung
vervielfältigt wurde.
Die
musisch-kulturelle Arbeit abseits der großen
Bevölkerungszentren - die Förderung auch der
gegenwärtigen Aktivitäten in allen Ausdrucksformen der
Kunst - bedeutet auch in der Zukunft ein wichtiges Stück
Lebensqualität für die Menschen im ländlichen Raum.
Die Bevölkerung einer großen Gebietskörperschaft stellt
aber auch hohe Anforderungen an soziale
Vorsorgeeinrichtungen. So entfaltet der Kreis
Schleswig-Flensburg auch große Anstrengungen bei der
Errichtung von altengerechten Wohnungen, bei
Sozialstationen und Beratungseinrichtungen für Menschen,
die in Not sind. Das Netz von Sozialstationen im
Kreisgebiet ist inzwischen flächendeckend geknüpft. Die
finanzielle und ideelle Initiative des Kreises in dieser
wichtigen Angelegenheit der Daseinsversorgung hat sich
außerordentlich bewährt. Aufgabe der Sozialstation ist
es, die Angebote der verschiedenen ambulanten
Hilfsdienste zu koordinieren und wirkungsvoll
einzusetzen. Dieser Arbeit misst der Kreis eine große
Bedeutung bei, da hilfebedürftige Mitbürger, in der
Regel Senioren, den berechtigten Wunsch haben, so lange
wie möglich in der eigenen Familie und der vertrauten
Umgebung zu bleiben. Hier setzt die Unterstützung durch
die Sozialstation an.
Ein Schwergewicht der Jugendarbeit des Kreises
Schleswig-Flensburg hat stets darin gelegen, den
Heranwachsenden für ihr späteres Leben das notwendige
Rüstzeug mit auf den Weg zu geben. Die Realisierung der
Chancengleichheit für Kinder in ländlichen und
städtischen Räumen war und ist ein Kernstück der
bildungspolitischen Konzeption des Kreises. Beim Ausbau
des Schulwesens sind die kommunalen Schulträger nicht
selten bis an die Grenze ihrer finanziellen
Leistungsfähigkeit gegangen. Das Ergebnis kann sich
sehen lassen: Die Zielsetzungen des
schleswig-holsteinischen Generalschulbauplanes wurden
erreicht, und die Schulen tragen in ihrer inneren wie
äußeren Gestaltung alle Merkmale moderner Pädagogik.

Eine der wichtigsten Dienstleistungen im ländlichen Raum
ist ein gut funktionierender Personennahverkehr, weil
ohne Bus oder Bahn öffentliche Einrichtungen in den
Orten mit Zentralitätsfunktion nicht von allen
Mitbürgern erreicht und genutzt werden können. Die
kommunale Ebene im Kreis Schleswig-Flensburg hat daher
die Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs immer
als Verpflichtung angesehen. Die Ende der achtziger
Jahre verwirklichte Neuordnung für das gesamte
Kreisgebiet unter Beteiligung so unterschiedlicher
Partner wie privaten Busbetrieben, den Verkehrsbetrieben
des Kreises und der Deutschen Bundesbahn hat als
Beispiel für ländliche Räume inzwischen viele Nachahmer
in Schleswig-Holstein gefunden.
Auf dem Weg in das 21. Jahrhundert sieht sich der Kreis
Schleswig-Flensburg inmitten der raschen Entwicklungen
unserer Zeit einer Fülle von Aufgaben gegenüber, die
hohe Anforderungen an die Entscheidungsverantwortung der
Mandatsträger und an die Einsatzfreude der Verwaltung
stellen. Das kommunalpolitische Geschehen in diesem
Kreis wird in Zukunft von anderen Schwerpunkten bestimmt
sein als in den ersten 20 Jahren, die eindeutig im
Zeichen des Aufbaus standen. Dank großer Investitionen
verfügt der Kreis heute über ein Leistungsangebot an
Schulen, Sportstätten, Verkehrswegen, Ver- und
Entsorgungseinrichtungen und sozialen Institutionen,
dessen Umfang, Qualität und Modernität keinen Vergleich
zu scheuen braucht. Die kommenden Jahre verlangen eine
verantwortungsbewusste Pflege des Aufgebauten und eine
sinnvolle Ergänzung und Verbesserung im Rahmen der
gegenwärtig geringeren finanziellen Möglichkeiten.
Das Bewusstsein, dass die deutsch-dänische Grenzregion
mehr Entwicklungsmöglichkeiten im Miteinander hat,
gewinnt auch im Kreis Schleswig-Flensburg zunehmend an
Boden. Viele Initiativen zielen darauf ab, über die
Grenze hinweg ein gemeinsames regionales Profil zu
finden, das im europäischen Wettbewerb wahrgenommen und
honoriert wird. Der deutsch-dänische Grenzraum mit
seinen modellhaft integrierten Minderheiten hat seine
gemeinsamen historischen Ursprünge durch modernes
europäisches Denken als große Chance begriffen. Die
Zukunft im Kreis Schleswig-Flensburg hat also bereits
begonnen. Alle sind aufgerufen, dabei mitzuhelfen, dass
es eine positive Zukunft wird. Die Zeichen dafür stehen
gut. Weitere Informationen
können über
www.schleswig-flensburg.de
abgerufen werden. |
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